Friedensreise zum Sinai – Aufstieg ins Licht und Begegnung mit dem eigenen Inneren
- Mirja
- 1. Jan. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Es gibt Orte, die fordern uns heraus, noch bevor wir einen Fuß auf ihren Boden setzen. Der Berg Sinai ist genau so ein Ort. Nicht, weil er unerreichbar wäre. Sondern weil er etwas in uns berührt, das tiefer geht als jede gewöhnliche Reise.
Hier geht es nicht nur um das Ankommen – sondern um den Weg dorthin.
Die Reise beginnt zwischen Weite und Erwartung
Schon die Anreise ist Teil dieser Erfahrung. Stundenlang fahren wir durch die Weiten Ägyptens – von Marsa Alam hinein in die stille, kraftvolle Landschaft des Sinai.
Die Gruppe reist mit – auf ihre eigene Weise. Live, in Gedanken oder am nächsten Morgen mit einer Tasse Kaffee. Und genau das macht diese Reisen so besonders: Verbindung entsteht unabhängig von Zeit und Ort.
Der Ruf des Berges
Eigentlich war eine Pause geplant. Schlaf. Ankommen. Doch manchmal ist es die Intuition, die die Richtung vorgibt. Warum warten, wenn der Moment ruft?
Also lassen wir das Hotel aus, trinken Tee bei Beduinen, ziehen uns um – und starten direkt. Mitten in der Nacht. Der Körper müde. Der Geist wach. Und der Weg beginnt.
Der Aufstieg - Wenn das Außen das Innen spiegelt
Der Weg nach oben ist mehr als ein körperlicher Anstieg. Er ist eine Begegnung.
Mit Zweifeln. Mit Vergleichen. Mit alten Gedankenmustern.
„Die anderen sind schneller.“„Bin ich stark genug?“
Doch genau hier zeigt sich die eigentliche Wahrheit: Es geht nicht darum, mitzuhalten. Sondern darum, bei sich zu bleiben. Im eigenen Tempo. Im eigenen Rhythmus.
Schritt für Schritt - Der Weg wird zur Meditation
Alle paar Meter laden kleine Rastplätze zum Innehalten ein. Ein Tee. Ein Atemzug. Ein kurzer Moment der Stille. Und während sich der Himmel langsam verändert, geschieht etwas Leises: Die Gedanken werden ruhiger. Der Blick wird klarer.
Die Berglandschaft offenbart ihre Schönheit – nicht auf einmal, sondern Schritt für Schritt.
Und vielleicht ist genau das die Botschaft: Dass wir Schönheit oft nur dann erkennen, wenn wir langsamer werden.

Getragen von der Gruppe - Auch aus der Ferne
Während wir steigen, bleibt die Verbindung zur Gruppe lebendig. Nachrichten. Gedanken. Ermutigung. „Du schaffst das.“„Wir sind bei dir.“
Und plötzlich wird spürbar, wie viel Kraft darin liegt, nicht allein zu sein.
Diese Reisen zeigen: Unterstützung kennt keine Entfernung.
Ein unerwartetes Geschenk – Stille
Wo sonst viele Menschen unterwegs sind, begegnet uns diesmal kaum jemand.
Nur wenige Schritte vor und hinter uns. Eine Handvoll Pilger.
Erst später verstehen wir: Ein besonderer Feiertag hält viele fern, das Katharinenkloster bleibt geschlossen. Und so entsteht etwas, das man nicht planen kann: Ein stiller, fast leerer heiliger Berg.
Oben angekommen ist es noch Nacht. Die Luft kühler, die Körper erschöpft. Wir ruhen uns aus, eingehüllt in Decken. Schlafen kurz, wachen wieder auf. Neben uns: eine kleine Moschee. In der Nähe: eine Kirche. Hier oben verschwinden Unterschiede. Was bleibt, ist Verbindung.
Langsam verändert sich das Licht. Die Dunkelheit weicht – und Gold breitet sich aus.
Die ersten Sonnenstrahlen berühren die Gipfel. Und mit ihnen auch uns.
Ein Moment, der nichts fordert. Der einfach ist.
War dies der Ort von Moses? Vielleicht.
Doch wichtiger ist die Frage:
Was zeigt sich uns hier – in diesem Licht?

Die Freiheit des Moments
Nicht alles verläuft nach Vorstellung. Menschen machen Fotos .Gedanken tauchen auf. Osama schläft noch. Und doch liegt genau darin die Erkenntnis: Jeder erlebt diesen Moment auf seine Weise. Es gibt kein „richtig“. Nur das, was ist.
Der Abstieg fällt leichter. Doch die Müdigkeit kommt. Wir halten an, ruhen, lassen die Erfahrung nachwirken. Das Kloster bleibt geschlossen – und es fühlt sich richtig an.
Denn das Wesentliche ist bereits geschehen.
Die Reise führt uns weiter – tiefer in den Sinai. Ein Camp. Einfach. Ruhig. Echt.
Kein Luxus – und doch fehlt nichts. Hier zeigt sich eine andere Form von Fülle: Zeit. Stille. Natur. Und die tiefe Verbundenheit der Menschen mit diesem Land.
Ein verborgener Schatz – Der Tempel der Hathor
Ein letzter Impuls führt uns weiter. Zu einem abgelegenen Ort – kaum erwartet, kaum besucht. Mitten in der Weite tauchen uralte Zeichen auf.Reliefs. Symbole. Geschichten im Stein. Und mit ihnen eine Energie, die berührt:
Sanft. Liebevoll. Weiblich.

Hathor – die Göttin der Liebe, der Schönheit, des Annehmens. Ein Ort, der das Herz öffnet.
Fazit vom Sinai
Diese Reise zeigt: Der eigentliche Weg führt nicht nur nach oben. Er führt nach innen.
Zu unseren Gedanken. Zu unseren Mustern. Zu unserem eigenen Rhythmus.
Der Sinai wird so zu einem Symbol: Für Vertrauen. Für Hingabe. Für den Mut, den eigenen Weg zu gehen. Und vielleicht ist genau das die größte Erkenntnis: Dass wir nicht ankommen müssen, um vollständig zu sein.
Sondern dass jeder Schritt – bewusst gegangen – uns bereits näher zu uns selbst bringt.
Mehr Eindrücke der Reise
Feedback der Teilnehmer
„Die Orte, die Natur, die Menschen, die Ruhe, die Zeichen... Alles so passend für diese Friedensmission. Vielen Dank, dass du für uns die Wege gegangen bist, die dich Kraft gekostet haben, bevor du am Ziel wieder neue Kraft tanken konntest. Es hat sich gelohnt.“ - Vera
„Vielen Dank Mirja! Der heutige Tempelbesuch hat mich direkt zu Herzen genommen, ich bin zu Tränen gerührt. “ - Anette
„Manchmal ist es ein Satz oder ein Bild, dass Wellen in meinem Inneren schlägt und mich wieder erinnert, was die ganze Zeit schon da ist. Man aber manchmal den Fokus auf dem Alltag hat und es dann nicht mehr zu erkennen ist. Dieses wertzuschätzen, ist so ein schöner Impuls. Danke.“ - Yvonne


























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